Einfache Mittel?

Was genau sind einfache Bühnen-Mittel? Diese Frage begleitet unser Theater von Anfang an. Sind Besen, Meterstäbe, Tischtücher, Kohlen, ein roter Faden 'einfach'? Oder eben gerade nicht, weil oft so viel Vorarbeit notwendig ist, bis das passende Bild-Material gefunden ist? Sind nicht Geld und technischer Aufwand in Wahrheit die allereinfachsten Mittel?
Soeben ist ein neues kleines Stück fertig geworden, über das ich sicher ein Jahr lang nachgedacht und an dem ich jetzt wochenlang gearbeitet habe, gezeichnet, gefaltet, geschnitten, geklebt. Viel Aufwand für 7 Minuten, für Johann Peter-Hebels 'Kannitverstan' - und dafür, dass alles am Ende hoffentlich auch wieder ganz einfach aussieht. (s.a. Post vom 18.3.14 - 'Aus dem Schatzkästlein geplaudert')
Jedes Stück muss zunächst einmal in den Koffer passen, und der Bühnenaufbau dafür soll in vertretbarem Aufwand bleiben. Diese Bedingungen wirken sich natürlich auf die Gestaltung aus. In der neuen Geschichte geht es allerdings immer wieder auch um Staunen, und das muss auf der Bühne plausibel erzeugt werden. Und eben nicht mit Mitteln der großen Überwältigungskultur, mit Projektionen und Apparaten, sondern mit ganz handelsüblichem, zugänglichen Material - wieder einmal mit Papier. Da gibt es etwa Stadtansichten von Amsterdam, eine Bucht voller Segelschiffe oder einen stolzen Ostindienfahrer im Hafen. Einige Objekte sind zugegebenermaßen ziemlich figelliensch (hamburgisch für 'sehr detailreich') gestaltet.
Aber am Ende liegt dann eine große Käse-Ecke auf dem Klappteller, leider nicht zum Verzehr geeignet, aber ganz einfach in der Form. Das erdet hoffentlich die vielfältigen vorangegangenen Gedankengänge und führt alle auf den Boden der Tatsachen zurück. Guten Appetit bei diesem Neuzugang!

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